Die Tür mit einer Karte öffnen

In Krimis oder James Bond – Filmen sieht man immer wieder wie Menschen mit einer simplen Plastikkarte (z.B. einer ec-Karte) Türen öffnen, indem sie die Karten zwischen Tür und Türrahmen stecken oder durchziehen. Ist es so einfach? Geht das auch in der Realität? Wann kann es nur funktionieren und was muss man dabei beachten?

Wir haben uns bei den Experten vom Schlüsseldienst Frankfurt Rat und Anleitung geholt:

Türöffnung mit Karte geht nur bei zugezogenen oder zugefallenen Türen

Grundsätzlich kann eine solche Türöffnung nur dann funktionieren, wenn die Türe nur zugezogen wurde oder zugefallen ist. Sobald die Tür zusätzlich abgeschlossen wurde, funktioniert der „Kartentrick“ noch nicht einmal theoretisch, geschweige denn praktisch. Das liegt daran, dass beim expliziten Abschließen einer Tür i.d.R. noch ein zweiter (nicht konisch verlaufender) Bolzen die Tür zusätzlich verriegelt. Dieser kann nicht mit einer Karte zurückgeschoben werden.

Türöffnung mit der Karte: So geht´s

Grundsätzlich ist eine Türöffnung mit einer Karte für den Laien oft schwierig. Schlüsseldienstangestellte haben dies an Hunderten Türen geübt und sind versiert darin. Der Laie setzt die Karte häufig falsch an oder hält sie im falschen Winkel, was eine Öffnung unmöglich macht. Dennoch hier eine Anleitung zur Türöffnung mit einer Karte:

  1. Karte in den Spalt zwischen Tür und Rahmen schieben: Die Karte muss genau in die Lücke zwischen Türklinke und Türrahmen gesteckt werden. Man steckt sie dabei so weit wie möglich in den senkrechten Schlitz zwischen Tür und Türrahmen – ungefähr auf Höhe der Türklinke
  2. Karte etwas anwinkeln: Man sollte die Karte gleich in zweierlei Hinsicht etwas anwinkeln:
  1. Zum einen die Karte oben weiter in en Türschlitz stecken als am unteren Rand,
  2. Zum anderen die Karte etwas in Richtung Klinke biegen (vom Rahmen weg)
  1. Mit der Karte von oben nach unten durch den Schlitz ziehen, bis sie in Höhe der vermeintlichen Türschließe (Schrägfalle) ist. Dort, wo der Bolzen die Tür verschließt
  2. Dann Karte langsam Richtung Türrahmen zurückbiegen. Durch diese Bewegung wird der Bolzen zurück in die Tür befördert. Im Optimalfall öffnet sich dann bereits die Tür.
  3. Gegen Tür lehnen und Tür anziehen: Hat das bis (4) noch nicht zur Türöffnung geführt, dann erneut versuchen und sich dabei gegen die Tür lehnen und diese abwechseln auch zu sich ziehen, während man die Karte mehrere Male hin und herbewegt. Durch erhöhten Druck auf die Türschließung (Türfalle) sollte sich die Tür dann öffnen lassen.

Achtung: Bei dieser Aktion kann die Karte auch beschädigt werden. Welche Karte man für eine solche Aktion nimmt, ist eigentlich egal: Sie muss nur biegsam und stabil sein. Wer nicht Gefahr laufen möchte, eine kostenpflichtige Bankkarte zu zerstören, nimmt irgendeine andere Karte, die gleiches oder ähnliches Format hat und notfalls auch beschädigt werden kann.

Wichtig bei der Türöffnung mit der Karte ist, herauszufinden, in welcher Höhe der Türschnapper sich befindet. Häufig ist dies kurz unterhalb der Türklinke.

Warum funktioniert die Türöffnung mit einer Karte oft nicht?

Die zwei hauptsächlichen Fehler, die Laien beim Versuch der Türöffnung mit Karte machen, sind:

  • Karte wird nicht tief genug in den Schlitz geschoben
  • Es wird nicht genug Druck auf die Tür ausgeübt

Gelingt Ihnen die Türöffnung mit einer Plastikkarte nicht, obwohl dass im Fernsehen so leicht aussieht? Trösten Sie sich: Mehr als Dreivierteln aller Laien gelingt dies nicht, weil die Technik viel Übung und Fingerspitzengefühl verlangt. Profis vom Schlüsseldienst haben dies häufig in weniger als einer Minute geöffnet, woran Sie eine Stunde herumexperimentiert haben. Das macht einfach die Erfahrung.

Wenn sich die Tür mit einer Karte öffnen lässt – ggf. auch durch den Schlüsseldienst – sollte man froh sein, weil einem das eine Schlossreparatur oder einen Schlossaustausch erspart.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *